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Klauenpflege auf dem Milchwirtschaftsbetrieb

Eine Diplomarbeit der Höheren Fachschule zeigt auf, wie Schwachstellen in der Klauenpflege erkannt und behoben werden können.

Stefan Tanner hat diesen Sommer die Höhere Fachschule für Agro-Technik am Strickhof abgeschlossen. In seiner Diplomarbeit ging er der Frage nach, wie Schwachstellen bei der Klauenpflege auf Milchwirtschaftsbetrieben erkannt und behoben werden können. Denn das Arbeitskräfteangebot auf den Landwirtschaftsbetrieben ist begrenzt und deshalb sei es wichtig, diese Ressourcen gut zu managen.

Routinierte Personen sind gefragt

Klauenkrankheiten gehören in der Milchviehhaltung zu den häufigsten Abgangsursachen. Sie können zu hohen wirtschaftlichen Einbussen führen. Zur Lahmheitskontrolle der Milchviehherde gehört es, die Tiere regelmässig im Stand und Schritt zu beobachten und zu beurteilen. Folgende Krankheiten kommen auf Milchwirtschaftsbetrieben am häufigsten vor: Klauensolengeschwüre, Klauenspitzgeschwüre, bakterielle Infektionen (Mortellaro) und die Weisslinienkrankheit.

Bei akuter Lahmheit muss die Behandlung sofort vorgenommen werden, um eine Verschlechterung des Zustands zu vermeiden. Die Behandlung sollte nur von geschulten und routinierten Personen durchgeführt werden, andernfalls ist der Tierarzt beizuziehen. Schwere Lahmheit muss vom Tierarzt behandelt werden, da meistens eine lokale Betäubung notwendig wird.

Schwachstellen im Management

Andere Schwachstellen bei der Klauenpflege hängen mit dem Management zusammen. Diese sind:

· Die Beobachtung und Beurteilung der Tiere ist nicht im Tagesplan eingeplant. Dieser Prozess, muss kontinuierlich durchgeführt werden.

· Die Klauenpflege wird nicht in den Tages- und Wochenplan eingeteilt, sondern erst durchgeführt, wenn Zeit übrig ist oder wenn Tiere lahm gehen.

· Lahme Kühe werden nicht in akute und latente Fälle eingeteilt, was dazu führt, dass akut lahme Tiere zu spät behandelt werden und sich der Zustand bis zur nächsten Behandlung wiederum verschlechtert. Häufig werden auch Verbände zu spät gewechselt.

· Es werden keine Daten über die Befunde und Behandlungen der Tiere erfasst. Dies führt dazu, dass der Betriebsleiter keinen Überblick über die Klauengesundheit der Herde hat.

Die Kontrolle der Lahmheit muss im Tagesplan und die wöchentliche Klauenpflege im Wochenplan eingeplant werden. Die Unterscheidung zwischen latenter und akuter Lahmheit hilft zu entscheiden, wann die Klauenpflege durchgeführt werden muss. So können die latent lahmen Kühe in der wöchentlich geplanten Zeit für Klauenpflege behandelt werden und die akut lahmen Kühe in der Zeit, die im Wochenplan freigelassen wurde für unvorhersehbare Arbeiten. Somit können akut lahme Kühe am gleichen Tag der Erkennung behandelt werden.

Datenerfassung via App

Die Datenerfassung ist wichtig, damit der Betriebsleiter einen Überblick über die Klauengesundheit seiner Herde hat. Die Datenerfassung mit dem Smartphone ist einfach zu handhaben. In der Diplomarbeit wird dies am Beispiel der Foot-Looker-App aufgezeigt. Auf dem Markt sind auch andere

Apps zu finden. Die Foot-Looker-App gibt es gratis als LITE-Version, professionellere Versionen sind kostenpflichtig. In der App kann bei jeder Kuh der Befund pro Klaue eingegeben werden, zudem kann das Datum und eine allenfalls nötige Nachbehandlung eingegeben werden. Auch können Fotos der Wunde hinzugefügt werden. Die zusammengefassten Daten mit angezeigten Nachbehandlungen können per Mail exportiert oder als PDF gespeichert werden.

Zusammenfassung: Ursina Berger