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CGMMV Befall an Gurke. Foto: Strickhof Fachstelle Gemu00fcse>

Gurken Virenübersicht

In diesem Artikel werden Gurkenviren behandelt, die teils schon in der Schweiz angekommen sind (CGMMV), die hauptsächlich in den umliegenden Ländern präsent sind (CABY) oder die relativ neu sind (ToLCNDV). Die Übersicht beschränkt sich auf diese drei Viren, ohne die übrigen bekannten zu behandeln.

ToLCNDV

Dieses Virus ist in Frankreich angekommen. Der vollständige Name lautet Tomato Leaf Curl New Delhi Virus. In Asien zuerst Befall auf Tomaten, der Mittelmeerstamm geht jedoch auf Kürbisgewächse (u.a. Melonen, Gurken, Zucchetti). Begomovirus Übertragung durch Bemisia tabaci, nicht durch Trialeurodes vaporariorum. Symptome sind unter anderem Fruchtdeformationen, aufgewölbte Blätter und dunklere Blattnerven. Bei Gurken gibt es Sorten mit IR gegen den Virus (Siriana von Syngenta und Trueno von RZ), die momentan getestet werden in Frankreich. Auch gibt es grosse Sortenunterschiede bezüglich Entwicklungsmöglichkeit von B. tabaci. Bei Melonen gibt es noch keine kommerziellen Resistenzen, aber welche bei Wildpflanzen. Bei Zucchetti gibt es erste resistente Sorten, die getestet werden. Resistente Varianten haben stark reduzierten Fruchtbefall in Jahren mit geringem Druck, in Jahren mit hohem Druck sind aber auch diese stark betroffen.
(Auszug aus Claire Goillons Präsentation an der Gewächshaustagung 2025)

 

CGMMV

Das Cucumber Green Mottle Mosaic Virus (CGMMV), auch Gurkengrünfleckmosaikvirus oder Bontvirus, gehört wie ToBRFV zu den Tobamoviren und wird auch über Saatgut und mechanisch übertragen. Eine (langsamere) Übertragung über Drainwasser ist möglich, genauso wie eine Detektion im Drainwasser 11 Wochen vor Symptomen. Der Virus ist auch nach drei Monaten auf Handschuhen noch infektiös und gerade auf Betonpfaden schwierig zu bekämpfen. Befallen werden Kürbisgewächse. Das Virus gibt es bereits länger, ist in Europa weit verbreitet und kommt auch in der Schweiz vor. Es gibt Gurkensorten, die Resistenzen aufweisen. Wobei nach Praxiserfahrung eher von tolerant oder weniger anfällig gesprochen werden muss, da sich das Virus auch in diesen vermehren kann.

CGMMV soll sogar mühsamer zu bekämpfen sein als ToBRFV. Zur Kontrolle des Virus sollten die gleichen Strategien angewendet werden wie für eine Kontrolle von ToBRFV: Gute Hygiene beim Kulturwechsel, zertifiziertes Saatgut, Verschleppungsprävention und ausreichende Draindesinfektion. Wasserstoffperoxid ist nicht effektiv gegen CGMMV, Virkon S aber gut. Eine erstmalige Desinfektion beseitigt ca 80% der Viruslast, eine zweite fügt Prozente hinzu. Es gibt Praxisberichte aus Holland, dass Jahreskultivation mehr Probleme gibt als ein Wechselanbau mit Winterkulturen. 
(Berichte in Onder Glas und Hortidaily: Controlling CABY and CGMMV in cucumber)

CGMMV Befall an Gurke. Gurken-Virus
CGMMV Befall an Gurke. Foto: Strickhof Fachstelle Gemüse

 

CABY

Das Cucurbit Aphid-Borne Yellows Virus (CABYV), auch Vergilbungsvirus, wird wie der Name sagt durch Läuse persistent übertragen und befällt Kürbisgewächse. Mechanische Übertragbarkeit ist unwahrscheinlich. Die Gurkenblattlaus verbreitet das Virus im Gegensatz zur Pfirsichlaus und der weissen Fliege. Die Übertragung über weite Strecken geschieht durch geflügelte Läuse. Das Virus tritt seit 1992 im Mittelmeerraum auf und ist dort wohl das wichtigste Virus auf Gurken, auch weil die Läuse gute Überlebensbedingungen finden. Ab 2007 wurde das Virus auch in nördlicheren EU-Ländern gefunden, 2019 in Deutschland und kurz darauf in Holland. In beiden Ländern ist das Virus unterdessen stark verbreitet. Charakteristisch sind gelb verfärbte Blätter zuerst im unteren Pflanzenbereich, die dicker und spröd werden. Eine Verwechslung mit Nährstoffmangelsymptomen ist gut möglich, wobei der Kopf grün bleibt. Anders als bei anderen Virenarten sind die Früchte nicht betroffen, fallen aber ab, wobei der Ernteverlust 50% betragen kann. Junge Pflanzen zeigen nach 2.5 Wochen Symptome, ältere nach 5-6 Wochen. Resistente Rassen gibt es erst im Süden Europas. Am erfolgversprechendsten ist die Lausbekämpfung kombiniert mit Einnetzen. Bei der Lausbekämpfung auch an Läuse an Kürbisgewächsen im Freiland denken. In Holland ist die Einnetzung bei Gurkenbetrieben fortgeschritten. Wobei Praxiserfahrungen zeigen, dass es im Juni dadurch gut 2 Grad wärmer werden kann, aber eine ausgewachsene Kultur genügend Kühlwirkung entfaltet. 
(Onder Glas Artikel und LfL: Das Blattlaus-übertragbare Cucurbitaceen-Vergilbungsvirus (Cucurbit aphid-borne yellows virus) an Gurken- und Kürbisgewächsen).