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Eine Abteilung des Amtes für Landschaft und Natur (ALN)
der Baudirektion Kanton Zürich
Pflanzenschutz aktuell - Stand der Beobachtungen von Mittwoch, 21. Juli 2010

Maiswurzelbohrer Fallen wurden wieder aufgestellt

gefleckter Schierling (mit rotgeflecktem Stängel) in Rüben

 

Kartoffeln

Krautfäulebehandlungen konsequent durchziehen

Das heisse Sommerwetter und die gezielten Fungizidbehandlungen haben dazu beigetragen, dass sich keine flächendeckende Krautfäule-Epidemie ausbreiten konnte. Dieser Umstand könnte sich mit dem Wetterwechsel zum Wochenende hin ändern. Es gilt deshalb unbedingt die Spritzintervalle von max. 10 Tagen einzuhalten. Zudem ist in der letzten Wachstumsphase der Schutz der Knollen im Boden besonders wichtig. Die neu gebildeten Kartoffeln werden durch begeisselte Sporen, welche sich im Boden aktiv fortbewegen können, befallen. Sie verursachen die gefürchtete Knollenbraunfäule. Nur die Fungizide: Elecits, Mapro, Ibiza SC oder Ranman haben gegen diese Sporen bzw. gegen die Bildung solcher Sporen eine gute Wirkung.

 

Pflanzenschutzmittel

Spritze reinigen

Ich möchte an dieser Stelle in Erinnerung rufen, dass Pflanzenschutzmittel in Bächen oder in der Kläranlage nichts verloren haben. In der Kläranlage findet kein Abbau von Pflanzenschutzmitteln statt. Darum müssen Spritzen im Feld zuerst leer gespritzt und dort auch gespült werden (Spülwassertank vorausgesetzt). Als Notlösung kann auf dem Gülleloch gewaschen werden (falls eines vorhanden ist).

Ein schwerwiegender Fehler wäre auch das Spülen des Messbechers in einem Lavabo, welches an die Kläranlage angeschlossen ist. Der Messbecher muss zwingend auf der Spritze gespült werden.

 

Mais

Maiswurzelbohrer Zuflug überwachen

Der Maiswurzelbohrer wurde 1992 von Amerika nach Europa eingeschleppt. In Maismonokulturen können massive Schäden entstehen. Schäden entstehen erstens durch den Frass der Larven an den Maiswurzeln und zweitens durch die erwachsenen Käfer, welche an den „Narbenfäden“ der Maiskolben fressen und die Bestäubung verhindern. Der Käfer kann sich über weite Distanzen ausbreiten, da er gerne als „Blinder Passagier“, in Fahrzeugen aller Art (Flugzeug, Lastwagen, Reisebusse, PW etc.) mitreist. Aus diesem Grund werden die Kantone alle Jahre vom Bund aufgefordert, ihr Gebiet zu überwachen.

 

Aktuelle Situation

Im Tessin wurden die ersten Käfer bereits gefangen. Sie fliegen aus Norditalien zu.

 

Monitoring

Im Kanton Zürich haben wir diese Woche begonnen, die vorgeschriebenen 18 Klebefallen aufzustellen (siehe Bild). Die Maiswurzelbohrer werden mit einem Lockstoff angelockt und bleiben am Klebstoff hängen. Bis im September werden diese Fallen regelmässig kontrolliert.

 

Problempflanzen ausreissen

Sei es im Acker oder auch in Extensiven Wiesen oder an Wegrändern, gewisse unerwünschte Pflanzen sollten vor der Samenreife eliminiert werden. So stellen wir in Rüben neben den Schosserrüben auch Samtpappeln (Abutlion) oder gefleckter Schierling (sehr giftig) fest. In Weizen- oder Rapsfeldern überwuchern Ackerkratzdisteln den Feldrand oder in extensiven Wiesen oder an Wegrändern blühen jetzt die verschiedenen Kreuzkrautarten. Kreuzkräuter in extensiven Wiesen kommen oft bei geschädigter Grasnarbe, als Lückenfüller vor. Alle diese Unkräuter können durch Ausreissen vor oder während der Blüte in ihrer Versamung und damit an ihrer weiteren Ausbreitung gehindert werden.

 

Markus Hochstrasser, Strickhof Fachstelle Pflanzenschutz, 8315 Lindau, 21.7.10