Obstbau bietet attraktive Lehrstellen mit Perspektiven
Noch sind Ausbildungsplätze für August 2010 frei
In Steinmaur zeigten Exponenten der Obstbranche die guten Perspektiven für ausgebildete Obstbaufachleuteauf. Mehrere Lehrstellen sind gar noch für den Lehrbeginn im Sommer 2010 frei.
Die Obstbranche schlägt Alarm. Es gibt zu wenig gut ausgebildete Fachleute im Schweizer Obstund Beerenbau. Auf dem Obstbauund Beerenbetrieb von Markus Elliker in Steinmaur im Zürcher Unterland zeigte die Branche am vergangenen Dienstag auf, wie vielseitig der Beruf des Obstbauers ist. «Ein Beruf derFrüchte trägt, aber der Nachwuchs fehlt», stellte Ralph Gilg vom Schweizer Obstverband fest. «Für die Bewirtschaftung der rund 3000 Produktionsbetriebe für die rund 6600 Hektaren Obst und Beeren sowie für rund 200 Früchtehandels- und Verarbeitungsbetriebe sind wir auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen», machte Gilg deutlich. Wer Freude an der Arbeit in der freien Natur hat, teamfähig ist und über eine angemessene Fitness verfügt, hat gute Voraussetzungen, um den Beruf des Obstbauers zu erlernen. Dazu gehören aber auch Durchhaltewillen, Leistungsbereitschaft und eine gute Beobachtungsgabe, um sich in diesem Beruf wohl zu fühlen.
Über die letzten Jahre hinweg absolvierten in der ganzen Schweiz gerade einmal 5 bis 10 Absolventen die Lehre als Obstbauer, wobei deren 4 aus der Deutschschweiz kommen. Dies reicht nicht, um den Arbeitsmarkt mit guten Mitarbeitern abzudecken, weil jeweils rund die Hälfte der Lehrlinge später den elterlichen Betrieb übernehmen. Die dreijährige Ausbildung zum Obstfachmann oder Obstfachfrau mit Eidgenössischem Fähigkeitsausweis (EFA) ist sehr abwechslungsreich und die Berufsschule in der Deutschschweiz wird am Strickhof besucht, während die welsche Schweiz ihre Obstfachleute in Chateauneuf im Wallis unterrichtet. Gilg zeigte auf, dass die Branche alles daran setzt, um die Ausbildung noch flexibler zu gestalten und zu optimieren. So wird die Möglichkeit für die Zweitlehre ausgebaut, indem diese mit einem respektive 2 Lehrjahren möglich sein wird. Die Branche will auch die Bildungsqualität verbessern, indem praxisnahe und kompetente Lehrkräfte zur Verfügung stehen und die breite Ausbildung mit Produktion, Verarbeitung und Veredelungnoch stärker in den Vordergrund gestellt werden.
Obstfachleute sind gefragt
Wer keinen eigenen Betrieb übernehmen kann, hat durchaus gute Chancen in der Arbeitswelt. «Ich kam über einen Onkel zum Beruf des Obstbauers, obwohl ich selber keinen Betrieb übernehmen konnte», führte Martin Ammann vor den Medien aus. Nach der Obstbauerlehre und anschliessendem Technikum machte er verschiedene Praktiken rund um den Globus, bis er bei einem grossen Früchtehändler in der Schweiz eine Stelle fand und heute dort in der Geschäftsleitung sitzt. «Uns fehlt es an gut ausgebildeten Fachleuten, welche sich im Früchteund Beerenbereich gut auskennen und über den fachlichen Hintergrund der Produktion verfügen. Vor allem auch die Grossverteiler sind auf solche im Bereich der Beschaffung angewiesen, finden leider aber diese vielfach nicht», stellte Ammann fest. Seinen damaligen Entscheid, Obstbauer zu werden, bereut er nicht, weil er diesen spannenden und vielseitigen Beruf in der Natur jenem im Büro den Vorzug gab.
Freie Lehrstellen
Wer sich kurzfristig für den Beruf des Obstbauers entscheidet, findet auch noch problemlos eine Lehrstelle für einen Ausbildungsbeginn im kommenden August. Rund 15 Lehrbetriebe verfügen in der Deutschschweiz noch über offene Lehrstellen.
Nach der Lehre stehen den erfolgreichen Berufsabsolventen ein breites Weiterbildungsangebot offen. So kann mit einer zusätzlichen 2-jährigen berufspraktischen Ausbildung der Betriebsleiter und Meisterdiplom mit dem eidgenössischen Berufsattest EBA und Meisterdiplom HFP abgeschlossen werden. Wer den akademischen Weg einschlagen will, kann bereits lehrbegleitend oder direkt nach der Lehre die Berufmatura absolvieren, welche den prüfungsfreien Eintritt in eine Fachhochschule ermöglicht.
Wer sich über den abwechslungsreichen Beruf des Obstfachmanns- oder der Obstfachfrau interessiert, kann sich unter www.agrijob.ch weiter informieren. Doch auch verschiedene Obstbaubetriebe wie auch der Schweizer Obstverband und der Strickhofsind Ablaufstellen für Fragen.
Roland Müller, Benken
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 Klaus Gersbach, Markus Elliker und Martin Ammann setzen sich für den Beruf des Obstbauers ein.
| |  Der Obstbauer ist auch im Beerenanbau wie hier mit Erdbeeren tätig.
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