Herausforderungen im Karottenanbau
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 Karotten Vollernter der Firma DeWulf (J.Kling)
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Unter diesem Motto stand die Interkantonale Rüebli-Tagung auf dem Betrieb von Roland Steimen in Waltenschwil AG. Die Veranstaltung wurde zum ersten Mal gemeinsam von den Fachstellen für Gemüsebau der Kantone Aargau, Bern und Zürich durchgeführt.
Bei optimalen äusseren Verhältnissen konnten die Veranstalter gut 100 Produzenten auf dem Betrieb von Roland Steimen begrüssen. Neben den Kurzreferaten um das Thema Karotte standen die Maschinenausstellung und die Maschinenvorführung im Zentrum der Veranstaltung. Der Nachmittag wurde durch Informationsstände zahlreicher Anbieter von Düngern, Pflanzenschutzmitteln und Gebrauchsartikeln abgerundet.
Die Karotte ein Kampfartikel?
Dies war wohl eine der Kernaussagen von Pascal Toffel, Vizedirektor des VSGP, der über die Entwicklungen im Schweizer Karottenmarkt referierte. Mittlerweile werden bereits 45 % der in der Schweiz verkauften Karotten über diverse Billiglinien in den 2kg Beuteln abgesetzt. Zusätzlich werden 25 % des Gesamtvolumens an Karotten über Aktionen verkauft. Neben den dauernden Tiefpreisen, spielt aber auch der Strukturwandel der bei den Detailhändlern stattfindet eine Rolle. Hier seien nur Schlagworte wie ADR, Nemifri, Allianzen und die neuen Marktplayer Aldi und Lidl genannt. Die grössten Herausforderungen stehen den Schweizer Karottenproduzenten, mit weiterem Preiskampf, dem Strukturwandel in der Branche und der zu erwartenden Marktöffnung aber noch bevor.
Wie die ideale Karotte aus der Sicht des Lager- und Packbetriebs aussieht, darüber referierte Frau Melanie Martens von der Firma Steffen-Ris, Utzensdorf. Die grundlegenden Anforderungen sind natürlich die Schweizerischen Qualitätsbestimmungen. Darüber hinaus bestehen jedoch noch weitere Anforderungen und Wünsche an eine ideale Karotte. So führte Frau Martens aus, dass das ideale Rüebli ein Gewicht von 80 – 190 Gramm hat und maximal 20 cm lang ist. Weiterhin sollte es keine grünen oder roten Köpfe haben.
Möhrenfliege im Griff?
Martin Keller vom Beratungsring Gemüse in Ins berichtete von seinen Erfahrungen im Umgang mit der Möhrenfliege. Keller erläuterte zuerst den Lebenszyklus der Möhrenfliege bevor er dann auf das Monitoring und die Bekämpfung einging. Das Monitoring sollte mit 2 Fallen erfolgen, die in der Nähe von Windschutz oder Bodensenken aufgestellt werden. Die Fallen müssen wöchentlich kontrolliert werden. Bei gedeckten Frühkarotten sollte etwa 8 bis 10 Tage vor dem Abdecken mit der Überwachung begonnen werden. Sommer- und Lagerkarotten sollten ab dem 4 – 6-Blattstadium überwacht werden. Laut Keller liegt die Bekämpfungsschwelle bei einer Blattspritzung bei einer Fliege pro Falle und Woche. Beim Einsatz von Granulaten liegt die Bekämpfungsschwelle bei 0.5 Fliegen/ Falle und Woche. Zur Bekämpfung sollten Pyrethroide mit 800 l/ha eingesetzt werden. Der ideale Einsatzzeitpunkt liegt zwischen 16h00 bis 20h00, da während dieser Zeit die Fliegen ihre grösste Aktivität haben. Die Behandlungsintervalle während der Flugphase sollten maximal 7 Tage betragen. Bei hohen Temperaturen (über 25°C) und oder hohen Fangzahlen (> 15 Fliege/Falle) müssen die Kulturen in kürzeren Abständen behandelt werden (Intervall 4 Tage).
Im zweiten Teil des Nachmittags standen die Maschinen im Zentrum des allgemeinen Interesses. Die anwesenden Aussteller präsentierten jeweils kurz ihre Firma und ihre Spezialmaschinen für den Karottenanbau. Nebst den Maschinen für die Bodenbearbeitung und die Aussaat standen auch die Geräte für den Pflanzenschutz und die Bewässerung im Mittelpunkt. Auf grosses Interesse stiess auch das GPS-System das von der Firma Kress ausgestellt wurde.
Bei der Maschinenvorführung konnten mehrere Spezialmaschinen im Einsatz begutachtet werden. Das FOBRO Mobil der Firma Bärtschi-Fobro war mit einem Hackgerät zu sehen. Die Firma Möri präsentierte nebst einem gezogenen Karotten Vollernter der Firma DeWulf noch die Baselier Umkehrfräse mit Dammformer.
Der Nachmittag wurde noch abgerundet durch die Präsentation der Versuchsergebnisse des Karotten-Sortenversuchs der extra für den Rüebli-Tag angelegt wurde.
Johann Kling, Strickhof Fachstelle Gemüse, August 2010