Neuer Konsens mit Naturschutz in der Feuerbrandbekämpfung

Vertreter von Naturschutzorganisationen, Gemeinden, Forst, Obstbau, kantonalen Fachstellen und der Forschungsanstalt Wädenswil (FAW) diskutierten im November 2001 über Probleme mit dem Weissdorn bei der Feuerbrandbekämpfung.

„Wie kann der Naturschutz die Feuerbrand–Bekämpfung unterstützen?“ lautete die zentrale Frage. Etwa 50 Teilnehmer stellten sich dieser Herausforderung. Die unterschiedlichen Interessen von Naturschutz, Obstproduzenten und Hochstammobstbau wurden diskutiert und harmonisiert.

Nach den einleitenden Vorträgen wurde in Gruppenarbeiten und der anschliessenden Diskussion mit den Naturschutzorganisationen folgende Strategie für den Weissdorn erarbeitet.

Die Strategie wurde nach der Diskussion mit Vertretern von Pro Natura Zürich, Zürcher Vogelschutz und der Zürcher Fachstelle Naturschutz am 15. Mai 2003 an die neuen Erkenntnisse von 2002 angepasst.

2012 ist der Weissdornkonsens mit ProNatura Zürich, ZVS/BirdLife Zürich, den kantonalen Fachstellen für Pflanzenschutz, Obst und Wald, sowie Vertretern der Obstbranche diskutiert und angepasst worden.

Kontaktperson bei Fragen: David Szalatnay, Fachstelle Obst (10.1.2013)

Weissdornkonsens 2012

Hintergrund

Weissdorn (Crataegus) ist sehr feuerbrandanfällig, was die Befallszahlen seit 1989 belegen. Das Feuerbrandteam des Kantons Zürich geht gemäss Befallsauswertungen von Weissdorn und Kernobst der letzten Jahre davon aus, dass es kaum einen direkten Zusammenhang zwischen existenzbedrohendem Befall in Obstanlagen und befallenem Weissdorn gibt. Wohl aber ist bei stark befallenem Weissdorn das Risiko hoch, dass der Befall auf das Kernobst überspringt. In Folgejahren kann es dann zu massivem Befall in Obstanlagen und Hochstammobstgärten kommen. Diese Übertragung kann verhindert werden, wenn es in der Nähe von Kernobstbeständen keinen befallenen Weissdorn gibt.

Weissdorn ist für den Naturschutz unbestritten sehr wertvoll. Am 15. Mai 2003 einigten sich verschiedene Interessensvertreter von Pro Natura Zürich, dem Zürcher Vogelschutz, der Zürcher Fachstelle Naturschutz, der Obstbranche und dem Feuerbrandteam des Kantons Zürich auf ein für alle Beteiligten akzeptables Vorgehen. Es resultierte der Konsens mit dem Naturschutz. Dieser gilt nicht für Private. Es wurde 2003 festgehalten, dass spätestens in 10 Jahren oder wenn die Feuerbrandstrategie wesentlich angepasst worden ist, der Konsens neu diskutiert und beschlossen werden soll. Die überarbeitete Feuerbrandstrategie 2009 fokussiert stärker auf die Schutzobjektstrategie. Auch sind die ausgeschiedenen Schutzobjekte im GIS des Kantons Zürich öffentlich einsehbar. In der nachfolgenden Tabelle ist der Weissdornkonsens 2012 der gleichen Interessenvertreter festgehalten, der bei starken Strategieänderungen oder spätestens in 10 Jahren wieder neu verhandelt werden soll.

Zürcher Weissdornkonsens 2012:

  Neupflanzung Kontrolle / Massnahmen

In Einzelherdgemeinden in vorsorglich ausgeschiedenen Schutzobjekten und dem 500 m Gürtel (GIS ZH (1) als Referenz)

keine Pflanzung

durch Gemeindekontrolleur und Bewirtschafter gemäss Weisungen

 

Sträucher kontrollierbar (2) machen, Tilgung (3) bei Befall

In Einzelherdgemeinden ausserhalb von vorsorglich ausgeschiedenen Schutzobjekten und ihrem 500m Schutzgürtel Pflanzung nur nach Rücksprache mit der Fachstelle Obst möglich

Stichprobenkontrolle durch Gemeinde

 

Tilgung (3) bei Befall

In Befallszonengemeinden in Schutzobjekten und dem 500m Schutzgürtel

keine Pflanzung

 

 

durch Gemeindekontrolleur und Bewirtschafter gemäss Weisungen

 

Sträucher kontrollierbar (2) machen, Tilgung (3) bei Befall

In Befallszonengemeinden ausserhalb von Schutzobjekten und ihrem 500m Schutzgürtel

Pflanzung nur nach Rücksprache mit der Fachstelle Obst möglich

Stichprobenkontrolle durch Gemeinde

 

Schneiden befallener Äste oder Sträucher empfohlen

 

(1) Auch in Einzelherdgemeinden sind viele Schutzobjekte vorsorglich ausgeschieden worden, auch wenn dort noch auf dem ganzen Gemeindegebiet die Tilgung bei Befall gilt. In Kraft treten die Schutzobjekte erst bei einer Umteilung in die Befallszone. (www.gis.zh.ch ->GIS-Browser->Landwirtschaft->Feuerbrand)

(2) Hecken nicht zu dicht, keine Reinbestände, Kontrollierbarkeit wird durch Kontrolleur beurteilt. Falls nicht gegeben nimmt er zwecks Einleiten von Massnahmen mit dem Bewirtschafter Kontakt auf. Bei Uneinigkeit wird die Fachstelle Obst kontaktiert.

(3) Tilgung heisst tiefer Schnitt und Bestreichen mit Strauchherbizid, falls nicht in Gewässerschutzzone

 

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David Szalatnay

David Szalatnay

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